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Wenn die Schweiz jodelt, ruft Schweden zurück

Nach der Aufnahme des Jodelns in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes meldet sich der Norden mit einer eigenen Stimme. Einer sehr hohen, durchdringenden Stimme mit jahrhundertealter Geschichte. Kulning heißt sie.

Die Gesangstechnik, die oft als nordisches Pendant zum Jodeln beschrieben wird, stammt aus der schwedischen und norwegischen Almwirtschaft. Kulning war keine Bühnenkunst, sondern ein praktisches Werkzeug. Mit kraftvoller Stimme und ohne Vibrato riefen Frauen ihr Vieh zusammen, kommunizierten über Kilometer hinweg zwischen abgelegenen Sommerweiden oder hielten Raubtiere fern. Gesungen wurde hoch, klar und laut, weil Schreien schneller ermüdet.


Jodeln und Kulning entstanden aus ähnlichen praktischen Bedürfnissen. Beide dienten der Kommunikation über große Distanzen in einer von Landwirtschaft geprägten Landschaft. Im Laufe der Zeit entwickelten sie sich jedoch unterschiedlich weiter. Während Jodeln heute fest mit der Schweiz assoziiert wird, blieb Kulning lange eng an den Ort gebunden, an dem es entstand. An die Arbeit auf den Sommerfarmen.

Hier setzt auch die Initiative „Willkommen in Schweden (nicht in der Schweiz)“ an, mit der seit 2023 augenzwinkernd eine der international hartnäckigsten Länderverwechslungen thematisiert wird.

Mittlerweile wird Kulning neu wahrgenommen. Die Technik taucht in zeitgenössischer Musik ebenso auf wie in Film und Pop. Eine der bekanntesten Stimmen dieser neuen Aufmerksamkeit ist Jonna Jinton aus Nordschweden, die Kulning heute vor allem über ihre reichweitenstarke Onlinepräsenz sichtbar macht.


Wo Kulning herkommt

Kulning entstand auf den schwedischen Fäbodar, den traditionellen Sommerfarmen, auf denen Tiere früher monatelang frei in Wald und Weide grasten. Auch die Fäbodkultur wurde bereits Ende 2024 in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Fäbodar waren überwiegend der Arbeitsort von Frauen, die hier eigenständig lebten und die Verantwortung für Tiere, Milchverarbeitung und Alltag trugen. Kulning diente dabei als praktisches Kommunikationsmittel zwischen Mensch, Tier und Landschaft. Auch wenn diese Form der Bewirtschaftung heute nur noch vereinzelt praktiziert wird, lassen sich einige Fäbodar im Sommer besuchen. Besonders verbreitet war die Fäbodkultur in den Regionen Dalarna, Västernorrland, Jämtland, Gävleborg und Värmland. Hier ist eine Auswahl besuchbarer Fäbodar in Dalarna im Sommer:

Bastbergets fäbod, südlich von Mockfjärd
Einer der größten und am besten erhaltenen Fäbodkomplexe Skandinaviens mit langer Tradition. Kühe, Kälber und Pferde verbringen hier den Sommer. Verkauf von Butter und Messmör, ohne gastronomisches Angebot.

Nysjöns fäbodar, nördlich von Falun
Schön gelegen oberhalb des Nysjön. Schafe und Ziegen sind von Juni bis Spätsommer vor Ort. Kleine Auswahl an Produkten, ruhiger Besuchsort.

Arvselens levande fäbod, Malung
Familienbetrieb in sechster Generation. Besucher können beim Melken helfen, Butter herstellen oder Brot über offenem Feuer backen. Übernachtung möglich, Voranmeldung erforderlich.

Östra Grunubergs fäbod, Orsa
Großes Fäbodgebiet mit frei laufenden Tieren. Bed and Breakfast sowie geführte Besuche möglich. Voranmeldung erforderlich.

Karl Tövåsens levande fäbod, Rättvik
Historische Fäbodanlage mit Produkten aus eigener Milchverarbeitung. Cafébetrieb und geführte Besichtigungen im Sommer.

 

Initiative „Willkommen in Schweden (nicht in der Schweiz)“: https://news.cision.com/de/visit-sweden/r/schweden-will-verwechslung-mit-der-schweiz-beenden,c3859460

Lebende Sommerfarmen in Dalarna: https://www.visitdalarna.se/artikel/levande-fabodar-i-dalarna

Beispielvideo: DW, Kulning in Schweden. Der Lockruf der Kühe

 

 

 

 

Visit Sweden GmbH
Sabine Klautzsch
Senior PR Manager
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Willkommen in Schweden - von Natur aus anders.